In Tipps

Ärger im Job – fast jeden von uns trifft es früher oder später einmal. Ob nun Stress mit den Kollegen, dem Chef, im direkten Kundenkontakt oder auch mit Geschäftspartnern. Kommunikation ist hier das A und O, aber das alleine reicht nicht. Hier kommen Schlüsselbegriffe wie emotionale Intelligenz, Empathie, Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit ins Spiel. Dass derartige soziale Kompetenzen mittlerweile genauso wichtig sind, wie fachliche Fähigkeiten, haben in den letzten Jahren auch Entscheidungsträger in deutschen Unternehmen endlich begriffen.

Aber wieso ist das heutzutage so wichtig? Wenn Ihnen schon mal ein Mensch mit geringer sozialer Kompetenz begegnet ist, haben Sie vielleicht erfahren müssen, wie solche Mitmenschen, die Atmosphäre im Betrieb vergiften können. Ob nun bewusst oder unbewusst erzeugt, deren Fehlverhalten verursacht oft in der ganzen Abteilung oder dem ganzen Team emotionalen Stress. Ruckzuck befindet sich das Unternehmen in einem negativen Abwärtsstrudel, der wiederum neuen Stress und Konflikte hervorruft, die ebenfalls Stress nach sich ziehen. Und so geht es dann immer weiter. Das Resultat: Neben Mitarbeiterfluktuation und hohen Krankenständen aufgrund sozialer Konflikte, sind hier auch immer öfter Burnout-Syndrome und Mobbing häufige Folgen eines schlechten Arbeitsklimas. Zusammenfassend kann man sagen, dass es aus wirtschaftlicher Unternehmersicht sowie aus Mitarbeitersicht im sozialen und gesundheitlichen Bereich aufgrund von Mitarbeitern mit geringer emotionaler Intelligenz zu großen Schäden kommen kann.

Was genau ist emotionale Intelligenz?

Emotionale Intelligenz bezeichnet die Fähigkeit, fremde, wie auch die eigenen Emotionen wahrzunehmen, zu verstehen, auszudrücken, damit sinnvoll umzugehen und ggf. zu beeinflussen. Entstanden ist der Begriff Mitte der 1990er Jahre und wird seitdem kontrovers diskutiert.

Die Gabe, sich in andere Menschen und Situationen einzudenken, erweitert seit damals die jahrzehntelange Vorstellung von Intelligenz. Dies ist der Beweis, dass es im Berufsleben und vor allem bei Ärger im Job, nicht nur auf akademische Fähigkeiten ankommt.

Empathie

Bei der Empathie handelt es sich um die stärkste Form der emotionalen Intelligenz. Es steht für die Gabe, sich in andere Menschen hineinversetzen zu können. Darauf folgt im Idealfall eine angemessene Reaktion, die dem Gegenüber signalisiert, dass man ihn versteht. Ein entscheidender Faktor für Sympathie- und Vertrauensgewinnung. Empathiefähige Mitmenschen können neben kundenorientiertem Handeln, entstehende Konflikte lösen und nachhaltig verhindern.

Selbstwahrnehmung

Selbstwahrnehmung bezeichnet die Fähigkeit, eigene Gefühle und deren Wirkung auf andere zu erkennen. Wer eine starke Selbstwahrnehmung besitzt, verfügt über ein starkes Bewusstsein für die eigenen Schwächen, aber auch Stärken. Der objektive Blick auf die eigenen Tätigkeiten steht so im Kontext zur emotionalen Intelligenz.

Motivation

Menschen mit hoher Motivation widmen sich Dingen mit großem Engagement und können sich dabei immer wieder selbst anspornen. Sie geben nicht schnell oder gar nicht auf, vor allem, wenn Dinge ungeplant verlaufen. Weitere Merkmale von motivierten Mitmenschen ist eine erhöhte Frustrationstoleranz, was mit größerer Ausdauer und Energie einhergeht.

Selbstjustierung

Menschen, die ihre Gefühle, Wünsche und Stimmungen kontrollieren können, verfügen über eine Möglichkeit der Selbstjustierung, die Menschen fehlt, welche hauptsächlich unkontrolliert und impulsiv reagieren. Besonders auffallend ist diese Art der nicht vorhandenen Selbstregulierung bei starken Emotionen, wie Angst, Wut und/oder Rachegelüsten. Eine Art des Selbstmanagements ist zum Beispiel das vorrangige Beenden einer Tätigkeit vor der Pause.

Emotionale Intelligenz wird in der Fachsprache mit EQ abgekürzt. Die Fähigkeit zeugt von starker emotionaler Stärke, die Menschen souverän mit Schicksalsschlägen und Krisen umgehen lassen. Studien belegen, dass Menschen die rationale Intelligenz (IQ) weniger wichtig einstufen als die emotionale Intelligenz (EQ). Fakt ist, wer beruflich erfolgreich ist, ist selten dumm, jedoch sorgt der EQ dafür, dass der intelligente Mitarbeiter kein Intelligenzmonster wird.

Kann man EQ erlernen?

Zwar liegt das Erlernen von EQ in der Kindheit, aber es lässt sich auch später noch teilweise aneignen. So kann man bewusstes Zuhören trainieren, sich größeres Selbstbewusstsein beibringen und es lernen, die eigenen Emotionen zu handhaben. Alles Dinge, zur Prävention von Ärger im Job.

Eine entscheidende Rolle spielen dabei die regelmäßige Selbstreflexion und Selbstwahrnehmung. Dazu gehört auch die Regulierung der eigenen Emotionen. Nachfolgende zwei Methoden können dabei hilfreich sein:

Gefühle reflektieren und akzeptieren

Der Grund, dass viele Menschen einen Mangel an emotionaler Intelligenz besitzen, liegt in der Tatsache, dass diese Menschen jegliche Emotion versuchen zu ignorieren und sich im Umkehrschluss so wenig wie möglich damit auseinandersetzen. Die eigenen Gefühle zu akzeptieren und sich damit zu beschäftigen, ermöglicht erst die Entstehung von emotionaler Intelligenz.

Werden Sie achtsamer

Die Definition von Achtsamkeit ist das intensive Ausrichten der Aufmerksamkeit auf die gegenwärtige Lage in jeglicher Form. Bewiesenermaßen macht uns Menschen die Achtsamkeit gesünder, gibt uns psychische Stabilität und verändert uns im positiven Sinne in Bezug auf Schreckhaftigkeit. Wesentlich entspannter reagieren Menschen demzufolge auf Stressreize.

Führungskräfte benötigen emotionale Intelligenz

Eine der Schlüsselkompetenzen für den beruflichen Erfolg als Führungskraft oder Unternehmer ist die emotionale Intelligenz. Hier ist die emotionale Qualität tatsächlich essenziell, da der Chef die Fähigkeit zur guten Mitarbeiterführung benötigt. In nahezu allen Branchen ist das empathische und konstruktive Agieren neben der motivierenden Führungskompetenz von großer Bedeutung.

Die größten Stressfaktoren im Berufsleben

Terminstress 38%
Negatives Arbeitsklima 37%
Emotionale Belastung 36%
Überstunden 34%
Starker Erfolgsdruck 30%
Konstante Erreichbarkeit 30%
Keine/zu kurze Pausen 29%
Eintönigkeit 26%
Qualitativ schlechter Arbeitsplatz 25%
Körperliche Belastung zu hoch 24%
Mobbing 22%
Schichtarbeit 20%

Quelle: Pronova BKK
Befragt wurden im März 2016 1660 Arbeitnehmer, Mehrfachnennungen waren möglich

Recent Posts

Leave a Comment

Start typing and press Enter to search

Dokumente Arbeitsverhältnis beendet