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Eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat jeder von uns schon einmal erlebt. Aber es ist sicherlich keine alltägliche Situation und unter Umständen verläuft die Trennung nicht ganz einvernehmlich, denn schließlich gibt es einen guten Grund für die Kündigung. Beide Parteien, Arbeitnehmer wie auch Arbeitgeber sollten sich gut darauf vorbereiten, um das Ausscheiden des Mitarbeiters aus dem Betrieb möglichst professionell über die Bühne zu bringen. Welche Unterlagen Ihnen beim Austritt aus einem Unternehmen  zustehen, erfahren Sie in diesem Blog.

Unterlagen für den Arbeitnehmer

Im Normalfall erfolgen betriebliche Trennungen mittels ordentlicher Kündigungen. Unterschiedliche Zukunftsvorstellungen sind meist die Hauptgründe, ohne dass sich eine der beiden Parteien etwas Gravierendes hat zu schulde kommen lassen. Je nach Betriebszugehörigkeit müssen unter Umständen Kündigungsfristen zwischen einem und sieben Monaten zum Monatsende beachtet werden.

Arbeitnehmer wie auch Arbeitgeber sollten hier eine gewisse Professionalität an den Tag legen, damit einer ordentlichen Übergabe der benötigten Unterlagen nichts im Wege steht.

Besonders wichtig sind diese Dokumente in erster Linie für den Arbeitnehmer, da er sie für den weiteren Bewerbungsprozess und den zukünftigen Arbeitgeber benötigt.

Welche Unterlagen werden benötigt?

  • Arbeitszeugnis

    Mit Beendigung der Beschäftigung hat jeder Arbeitnehmer in Deutschland ein Anrecht auf ein Arbeitszeugnis. Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis enthält fachliche Bewertungen, die ausschlaggebend für Ihre weitere Tätigkeit sein können. Ein einfaches, unqualifiziertes Zeugnis wird unter Umständen ausgestellt, wenn die Tätigkeit nur kurze Zeit andauerte.

  • Arbeitsbescheinigung

    Die Arbeitsbescheinigung enthält alle notwendigen Informationen zum Arbeitsverhältnis und dient als Nachweis zur korrekten Ermittlung für den Bezug von Arbeitslosengeld.

  • Arbeitserlaubnis

    Falls Sie keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen benötigen Sie, zur Vorlage beim Arbeitgeber, von der Ausländerbehörde und mit jeweiliger Zustimmung der Agentur für Arbeit, eine Arbeitserlaubnis.

  • Lohnsteuerbescheinigung

    Jedem scheidenden Arbeitnehmer steht ein Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung zu. Ebenso hat der Arbeitgeber dem zukünftigen ehemaligen Mitarbeiter die Verdienstbescheinigungen auszuhändigen. Diese benötigt die Arbeitsagentur, um Ihre letzten Einkünfte zu ersehen und entsprechendes Arbeitslosengeld zu ermitteln.

  • Urlaubsnachweis

    Lassen Sie sich von Ihrem Arbeitgeber eine Bescheinigung, über den bereits gewährten oder ausbezahlten Urlaub, ausstellen. Dem neuen Arbeitgeber steht es nämlich zu, einen Urlaubsnachweis zu verlangen, um entsprechende Doppelansprüche zu vermeiden.

  • Sozialversicherungsnachweis

    Haben Sie Ihren Sozialversicherungsausweis Ihrem Arbeitgeber bei der Einstellung noch im Original vorgelegt, verlangen Sie diesen zurück. Ebenso haben Sie Anspruch auf die Bescheinigung über die Meldung zur Sozialversicherung.

  • Vermögenswirksame Leistungen

    Lassen Sie sich unbedingt alles aushändigen, was als Nachweis zur Altersversorgung oder Versorgung von Hinterbliebenen im Todesfall dienen kann. Das betrifft auch die Vermögenswirksamen Leistungen.

  • Gesundheitszeugnis

    Alle Beschäftigten aus der Lebensmittelbranche bzw. Gastronomie, sind verpflichtet ihre Gesundheit mittels eines Gesundheitszeugnisses zu belegen. Insofern kein totaler Branchenwechsel geplant ist, wird das Gesundheitszeugnis für den nächsten Arbeitgeber benötigt. Sie haben deshalb Anspruch auf Aushändigung.

  • Referenzen

    Vor allem die Arbeit von sogenannten Freelancern wird häufig durch Auftraggeber oder Arbeitgeber bestätigt. Diese, vor allem in den letzten Jahren stärker in Mode gekommenen Referenzen, dienen mittels einer persönlichen Note für den künftigen Auftraggeber dazu, sich ein Bild des Bewerbers machen zu können.

Einsicht in Personalakte - gut zu wissen

Grundsätzlich haben Arbeitnehmer keinen Anspruch auf Herausgabe der eigenen Personalakte. Diese kann Unterlagen wie eine Abmahnung, einen Schwerbehindertenausweis oder diverse Nachweise über Fortbildungen, Krankenkassenzugehörigkeit oder sogar noch die eigenen Bewerbungsunterlagen enthalten. Nach § 18 des Betriebsverfassungsgesetzes besitzt jedoch jeder Arbeitnehmer das Recht, Einsicht in die eigene Personalakte zu nehmen. Es besteht zudem eine Aufbewahrungspflicht von mindestens drei, für einige steuerrelevanten Unterlagen sogar bis zu sechs Jahren.

Ist der Arbeitgeber in der Bringschuld?

Ohne die wichtigen und erforderlichen Unterlagen können Sie keine neue Stelle antreten. Aus diesem Grund ist der Arbeitgeber verpflichtet, die mit Sorgfalt erstellten Unterlagen zeitnah auszuhändigen. Hält er sich nicht an die Vorgaben, können Sie arbeitsgerichtlich gegen Ihren Arbeitgeber vorgehen.

Auch wenn der Arbeitgeber sich nicht in der Bringschuld befindet, müssen die Unterlagen jedoch spätestens am letzten Arbeitstag bereitgestellt werden. Im Normalfall befindet sich der Arbeitnehmer jedoch in der sogenannten Holschuld.

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